Neues aus dem Infusionszimmer #2

Nun, neuer Tag, neues Glück. Die Arztsuche gestaltete sich nur leider etwas schwierig, denn ich musste ausnahmsweise mal im Frühdienst arbeiten und… nach 18 Uhr hat auch Montags kein Arzt mehr auf. Schöner Sch… Schellenkranz. Also auf ein weiteres Mal in die Bereitschaftspraxis. Da (natürlich) anderes Personal da ist, erkläre ich der netten Dame am Empfang mein Anliegen ( dass ich keinen Arzt mehr gefunden habe ob meiner Arbeitszeiten und ich daher mir ein weiteres Mal ihren Service erbitte), diese winkt mich durch direkt in das Infusionszimmer, wo ein neuer – mir sympathischer – Arzt durch die Türe reinschneit. Recht locker erklärt er mir, dass das ganze nicht so wild sei. Er fängt ein wenig Small Talk über das studieren an und Zack legt er mir dabei den Zugang. Sieht alles gut aus. Dieses mal steckt es halt mitten in meiner Neuro, aber das scheint niemanden weiter zu stören. Er bleibt noch ein wenig und schaut wie es läuft, plaudert noch ein wenig mit mir über Wartesemester und die ZVS und geht dann. Und etwa 5 Minuten später spüre ich wie mein Arm warm wird. Und die stelle wird dicker. „Das ist gaaaaanz normal“, denke ich mir. „Da ist immerhin ein Fremdkörper drinnen. Die Nadel mag dein Arm sicher nicht!“ Tja, aber es wird noch dicker. Und es fängt an leicht weh zu tun. Kurz mal einen Schmerz, das hatte ich am Tag davor Anfangs auch, ein kleiner kurzer Krampf im Arm, dann ist auf einmal wieder alles in Ordnung.  Als aber nicht einmal eine Minute später der Arm wieder anfängt zu Krampfen hört für mich der Spaß auf. Ich suche nach einem Rufknöpfchen für die Pflege und finde nur einen komischen Schlauch. Unsicher wofür der ist, wird einfach mal draufgedrückt. Da nichts sofort passiert drehe ich mir selbst die Infusion ab und warte bis die Arzthelferin kommt. Nach gut drei Minuten erscheint diese, eine etwas rundlichere, blonde Frau mit einem sonnigen Lächeln auf dem Gesicht. „Na, sind sie schon fertig?“, strahlt sie mich an. „Nicht ganz, ich hatte während der Infusion Schmerzen und zweimal einen Krampf im Arm. Die Infusionstelle ist auch angeschwollen (zeigt auf die immernoch vorhandene Schwellung), da habe ich mir die Infusion selber abgedreht und sie gerufen.“ Ich werde mit großen Augen angeschaut. „Oiii… das schaut nicht gut aus. Was machen wir jetzt bloß??“ „Hoffentlich mir einfach diese Nadel schnellstmöglich aus dem Arm ziehen und mir woanders wieder reinstechen“, denkt sich der Praktikon. Bevor ich jedoch etwas sagen konnte, antwortet die Dame: „Gut also, äh… die Infusion ist ja schon abgedreht… dann… soll ich die Nadel rausziehen? Vielleicht will das der Herr Doktor ja nochmal sehen? Also ich löse einfach schon einmal das Pflaster und dann… uiii… nein also ich zieh die da jetzt mal raus.“ Sagts und entfernt die Kanüle aus meinem Arm. Und… drückt sie mir in die Hand. „Halt sie die jetzt einfach mal bis der Doktor kommt, vielleicht will er sich die Nadel noch einmal anschauen!“ Bevor sie geht legt sie noch einmal alles für eine neue Infusion neben mich. Interessanterweise ist es dieses mal ein weißer anstelle eines grünen Butterflys. Aber wer weiß, vielleicht haben die ja in der Zwischenzeit den Hersteller gewechselt.

Man hat wirklich gemerkt, dass die Gute ein wenig verwirrt war! Und sie hat zumindest einen liebenswerten besorgten Eindruck gemacht, wenn auch leicht konfus 🙂

Nun der Doktor kam, schaut auf meine Hand und nimmt mir erst ein Mal die Nadel ab um sie prompt zu entsorgen. Auch der mir beigelegte Butterfly landet erstmal wieder direkt in der Schublade. Er holt einen Neuen (grünen) aus dem Schrank, schaut ihn an und meint „Neee, das geht so nicht!“ und schmeißt ihn weg. Und dann nimmt er wieder einen, sticht am anderen Arm an und wartet noch einmal kurz ob alles läuft. Scheint zu funktionieren. Beim hinausgehen meint er noch, dass ihm sowas fast nie passiere und er wohl daneben gestochen hat. Fünf Minuten später kommt eine andere Arzthelferin hinein und schaut sich das ganze an. Es ist wieder dick geworden, nicht ganz so dick wie zuvor, der Arm ist auch nicht heiß und krampft auch nicht oder tut weh… aber… es läuft auch nichts mehr. Der Arzt wird wieder geholt, der Butterfly landet im Müll und der nächste wird gesetzt. Dieses mal in die Vene an der Handkante. Beim Stechen meint er nur „scheiß Schlafmangel…“, auf die Frage wie lange er schon Schicht schiebe antwortete er nicht. Ich kann es verstehen, interessiert hätte es mich trotzdem. Aber immerhin, es tat nicht weh, aber ich durfte den Arm eigentlich nicht mehr bewegen. Das ganze tröpfelte dann auch mehr oder minder ermüdend vor sich hin – wurde aber nicht mehr dick. Die Schwester kam noch einmal dazu und öffnete die Belüftung der Tropfkammer damit es noch einmal weiter tropfte. Nach gut einer halben Stunde brach der Arzt dann das ganze ab, wobei 1/4 der Infusion im Beutel verblieben. Danach ging es erst einmal zu Subway, und da es Montag war konnte ich nicht einmal das Sub des Tages Essen. Schöne Scheiße. Egal, lecker war es trotzdem!

Und habt ihr mitgezählt wie viele Butterflys heute an mir vorbeigewandert sind ;)?

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