Der Fahrkartenautomat

Ich habe ein Date. Heute Abend. Und als ich so beim umziehen vom Schlaf- (mein Unterhemd von Gestern und meine boxershort) in mein Alltagsoutfit (ein tshirt, eine frische Boxershort und eine Hose) so auf meine Brust blicke fällt es mir auf: Shit seit 3 Wochen nicht rasiert.
Also wieder raus aus den Klamotten, unter die Dusche gesprungen, eingeschäumt, Rasierer aus der Halterung genommen, angesetzt, abgezogen und gewundert. Die Haare sind da wo sie vorher waren. Ein Blick auf den Rasierer verrät: Klingen stumpf, außerdem hat das Mistding ebenfalls Haare wo keine sein sollten. Rasierklingenpackung gecheckt: Leer. Und es ist Sonntag. scheisse irgendwie nicht so gut. Ich muss also zum Flughafen fahren. Oder als Pelzträger zur Verabredung gehen. Nachdem Pelz aber aus der Mode ist und ich weder von PETA noch von Greenpeace mit roter Farbe dekoriert werden will entscheide ich mich für den Flughafen. Schnell das Bankkonto überprüft, noch schneller Inventur gemacht und beim weg aus der Haustüre noch eben die Einkaufsliste geschrieben. Den Drahtesel gesattelt und auf zum Bahnhof. Dort angekommen erst ein Mal zum Fahrkartenautomat geschlendert. Man hat ja noch 5 Minuten. Routiniert die kennummer eingegeben, den 50er eingesteckt und auf den Druck gewartet. Nichts. Stattdessen kommt der Schein unten wieder raus. Ich schaue aufs Display: Für die 25€ Karte nimmt er keine 50er. Toll. Dann halt einen 20er und etwas Kleingeld versenkt. Und nun die Monatskarte ausgewählt. 79€. 50er rein. Plötzlich srrrrp kommt er unten wieder aus. Laut Anzeige wird er aber akzeptiert. Schneller Check ob ich Falschgeld erwischt habe, nö ist echt oder eine blendend gute Fälschung. Schein noch Mal glatt gedrückt. Wieder rein. Unten wieder raus. Prozedere noch Mal von vorne. Ich wähle die Karte noch Mal neu aus. Wieder streckt der Automat mir den Schein entgegen. Ich habe das Gefühl er streckt mir nun die Zunge raus.
Was nun? Rüber zum anderen Gleis gejoggt, noch eine Minute, Karte ausgewählt, ersten 50er rein, surren und warten, akzeptiert. Nächsten 50er rein, surren, warten, akzeptiert. Karte rausgeholt. Noch 30 Sekunden. Wechselgeld erwartet – Hand vor die Scheinausgabe gehalten. Plötzlich macht es pling pling plonk plonk und es fallen 21€ in ein und zwei Eurostück in die Auffangkassette. 10 Sekunden verbleiben. Ich grapsche mir das Geld, stopfe es in meine Hosentasche und renne zum anderen Gleis in der Hoffnung die einfahrende S-Bahn noch zu erwischen. Ich Drücke wie wild auf den Sesam-öffne-dich-Knopf der Türe. Nichts geht auf. Scheisse.
Nun habe ich den Entschluss gefasst, das zu bloggen und meine EC-Karte nicht mehr daheim liegen zu lassen „um Geld zu sparen“.

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2 Gedanken zu „Der Fahrkartenautomat

  1. Träumerin sagt:

    Mach dich nicht verrückt. Wenn er wirklich so feinfühlig ist, wird er dir nicht deinen Urlaub mit schlechten Nachrichten versauen. Und wenn doch, ist er ein Ar…. 😉

    • praktikon sagt:

      Huch, war der Kommentar wirklich auf diesen Artikel gerichtet? Da war der Kerl doch noch kein Idiot, und im Urlaub war ich auch nicht *kopfkratz* trotzdem danke!

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