Rückblick: Meine Abschlüsse

Nachdem ich Morgen meine letzte Abiturprüfung habe, dachte ich ein kleiner Rückblick auf meine letzten Abschlüsse wäre doch ganz nett. In chronologischer Reihenfolge. Warum? Weil ich irgendwas mit dem Adrenalin in meinem Blut anstellen muss, denn morgen ist’s eh nur noch Englisch 😀

Grundschulabschluss

Wir könnnten es Mal mit der Realschule probieren, wenn sie wollen…

Das war der Satz mit dem meine Grundschullehrerin meine Eltern zum ersten Halbjahr beglückte.  Zu mir meinte sie damals nur, ich solle doch erst Mal darüber nachdenken ob ich es auf die Realschule packe, bevor ich auch nur irgend einen Gedanken an das Gymnasium verschwende. Hach, diese Pädagogen. Da war ich echt in meinem kindlichen Stolz verletzt und wurde bockig, also hab ich mir den Arsch aufgerissen – damit das Ruder rumgerissen und (vermutlich auch mit ein wenig guten Willen lehrerseits) es dann mehr als lockerflockig geschafft.

Abschlussschnitt: 2,30.

Ja genau, ich hätte also auch locker aufs Gymnasium wechseln können! Habe mich dann aber selbst für die Realschule entschieden, auch wenn meine Eltern mich lieber auf dem Gymnasium gesehen hätte, ich wäre aber der zweite G8-Jahrgang gewesen und ich wollte nicht weiter so krass viel Lernen wie für den Übertritt. Auch wenn ich nur einer von fünf Schülern meiner Klasse war, die nicht auf das Gymnasium wechselten, bin ich bis heute noch froh über die Entscheidung, ich denke spätestens in der 7ten oder 9ten wäre ich dann nämlich eh auf der Realschule gelandet. Und auch wenn die Realschule keine leichte Zeit war, hat sie mich doch zu dem gemacht der ich heute bin.

Qualifizierter Hauptschulabschluss

Ja, wie jetzt? Quali? Ja, ich habe in der neunten Klasse Realschule mich für den Quali angemeldet, weil ich keinen Bock mehr auf Schule hatte und meine Noten zu dem Zeitpunkt eh ein schweres durchkommen durch die Zehnte prophezeit hätten.  In der 8ten noch Klassenzweitbester war in der 9ten meine Trotzphase auf dem Höhepunkt – dann kam noch der Alkohol langsam mit ins Spiel und zu Hause liefs auch nicht mehr so ganz rund. Im Unterricht bestanden meine Hauptaufgaben, wenn ich da war, aus Musik hören, Malen, Schlafen oder Lehrer und Mitschüler mit verschiedensten Dingen abwerfen. So bin ich im Endeffekt vom Musterschüler zum Problemschüler in nicht Mal einem Jahr geworden. Also Quali anmelden, dann hat man zumindest was in der Hand wenn man fliegt.

Abschlussschnitt: 0,00

Aber ich hatte dann einfach keinen Bock auf Lernen und noch weniger auf Prüfungsstress, also hab ich dann zwar noch versucht die Prüfungen als Grund zu nutzen um Blau zu machen, dieser Plan wurde dann aber von meiner Mutter vereitelt.

Mittlerer Bildungsabschluss

Also musste ich doch weiter machen. Zähne zusammenbeißen und durch… oder so. In der Zehnten war meine Motivation wieder etwas über dem Gefrierpunkt, gelernt hab ich trotzdem nichts, aber ich habe aufgehört die Lehrer zu provozieren (die meisten zumindest) und weniger häufig Musik im Unterricht gehört – teilweise sogar aufgepasst! (Bleibt einem auch nichts anderes übrig wenn man direkt am Overheadprojektor sitzt). Wobei ich in Deutsch, Englisch und Sozialkunde sogar oft und gerne aufgepasst habe. (Was sich in meinem Schnitt bemerkbar gemacht hat, leider haben mir in den beiden Sprachen die Prüfungen die 1 verhagelt.) An dieser Veränderung war auch meine Deutschlehrerin nicht ganz unschuldig. Nachdem das mit dem Quali auch nichts geworden ist, hat sie mich Mal in einem ruhigen Moment zur Seite genommen und mit mir – ohne irgendwelche Vorwürfe oder Anschuldigungen oder Strafen, wie man es von den meisten anderen Lehrern – gewohnt war  gesprochen woher denn diese krasse Veränderung kam. Ich als kleiner bockiger 14/15-jähriger habe natürlich abgeblockt („Muss halt auch Mal sein!“) aber dieses Gespräch hat doch eine Spur hinterlassen aber jetzt rückblickend betrachtet, hat dieses Gespräch sogar mehr gebracht als ich damals wahrgenommen habe. Und seit dem habe ich auch ziemlichen Respekt vor dieser Lehrerin, die auch irgendwann zu meiner Lieblingslehrerin mutiert ist. Hausaufgaben war trotzdem noch immer so ein Punkt für sich*.

Abschlussschnitt: 2,7

Und ich bin immernoch stolz darauf, mit nur einem Heft für alle Hauptfächer (und ja, ich musste manchmal deswegen Nachsitzen** *hüstel*) durch dieses Jahr gekommen zu sein. Und gelernt hab ich auch nicht wirklich, das war nämlich DER SUPERSOMMER 2010! Ich war lieber  jeden Tag am See und hab gefeiert *hüstel*

Fachhochschulreife

Fuck und dann war ich da doch irgendwie auf der FOS. Und in der Oberstufe. Und ich hab gemerkt ich bin nicht so dum, wie ich manchmal dachte. Und faul sein durfte ich doch eigentlich nicht mehr. Trotzdem war ich es ziemlich oft und viel, außer in Rechtslehre denn da wollte ich diese verdammten 14 Punkte im Jahreszeugnis haben – hab leider doch nur 13 geschafft *grummel* Und obwohl ich so gut wie nichts gelernt habe bin ich mit einem Schnitt von 1,9x in die Prüfungen.

Abschlussschnitt: 2,53

Aber bin dafür auch nur gerade so durch die Prüfungen gekommen – außer in Englisch wo ich Klassenbester war. Die Faulheit hatte vor den Prüfungen überhand genommen und obwohl ich sogar extra zu meiner Mutter gegangen bin für die Prüfungen (damit sie mich morgens immer mitnimmt, sie arbeitet nämlich in Schulstadt *hüstel*) hab ich es nicht auf die Reihe gebracht zu lernen. Aber egal, ich habe das Fachabitur bestanden und den Schnitt für die Zulassung zur 13ten Klasse gehalten. Und somit wären wir im hier und jetzt.

Und dieses Jahr geht es ans Abitur! Respektive es ist sogar fast geschafft – zwar mit einem kleinen Umweg über die Realschule, aber egal! *freu* Und mit einem leicht nostalgischen Gefühl werde ich mich jetzt in die Sonne legen und Englisch lernen!

_____________________________________________________________________

* Anekdote aus dem Deutschunterricht in der 10. Klasse:

Lehrerin frägt, wer die Hausaufgaben nicht habe. Praktikon meldet sich.

Lehrerin lässt jemanden seine Hausaufgaben vorlesen. Sie frägt wer noch möchte.

Praktikon meldet sich. Lehrerin schaut überrascht. „Praktikon, du hast deine Hausaufgaben nicht!“

Praktikon: „Ich hab sie gemacht während die XYZ vorgelesen hat!“

Also liest Praktikon vor.

Lehrerin grinst. „Das war sehr gut! Wenn du die Hausaufgaben zuhause gemacht hättest und nicht hier im Unterricht, würde ich dir jetzt glatt was gutes in die Mitarbeit eintragen, aber so…“

Pädagogisches Ziel dieser Handlung: Motivation zu Hausaufgaben

Erkenntnis des Schülers aus dieser Handlung: Lehrer sind doch alles miese, kleine Sadisten!

** Anekdote vom Nachsitzen: Ich musste Mal Nachsitzen, wegen Zuspätkommen. Dann musste ich einen Aufsatz schreiben, warum es wichtig ist pünktlich zu sein. Habe ich, allerdings war die Textform frei wählbar und ich habe mich für die Satire entschieden, deren Schlussfolgerung war, dass der Untergang der westlichen Welt ausbliebe, wenn man dauernd zuspät kommt – und das geht ja Mal gar nicht. Ich musste für diesen Aufsatz zum Direktor und noch Mals nachsitzen. Aber ich finde immer noch, das war es Wert!

Advertisements
Getaggt mit , , , , ,

2 Gedanken zu „Rückblick: Meine Abschlüsse

  1. hijack sagt:

    Moah, dass Lehrer so oft so dermaßen humorlos sind @Satire-Aufsatz zum Problem des Zuspätkommens. Ich hätte mich wohl eher totgelacht. 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: