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Konditionierung ist…

… wenn ein Diensttelefon in der Kantine klingelt und vier weitere Kollegen (inklusive mir) automatisch zu ihren, merklich nicht klingelnden, Mobilteilen greifen und dann erleichtert aufatmen.

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… man sogar bei McDonald’s den Gästen die Türe aufhält und ihnen automatisch einen schönen Abend wünscht – beim Feierabendburger um 6 Uhr Morgens.

Ich liebe meinen Job :D!

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Das leidige Thema – Weste

1.) Also so als Kellner, da trägt man ja so Westen so. So enge so. Weil weite sehen ja doof aus und so. Joa.

2.) Als Kellner, da ist man auch nahe am Essen und so. So leckeres und so. Und die Pralinen, die man den Gästen anbietet, da rutscht auch gerne Mal eine mit und so. Oder wenn der Koch zu viele Pommes gemacht hat oder so. Oder die Cola oder so. Oder die Tüte Chips nach der Arbeit oder so.

Auf jeden Fall verträgt sich 1, und 2. nicht so gut, denn 1. und 2. führt zu einem Riss in der Weste beim vorbeugen und so. Und darum werd‘ ich jetzt abnehmen und so. Ab Morgen, oder so.

Gute Nacht, und so.

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Arbeiten wie andere Urlaub machen

Mein Vorgesetzter und ich haben einen kleinen Plausch. Ich hatte die Bar vorgestern alleine und es war tote Hose. So richtig tote Hose. So tote Hose, dass die Chamacehorien* schon am Tresen vorbei rollten. Wir unterhalten uns darüber, dass er seinen Jahresurlaub nach Spanien plante und dass dort die Bars sicher keine Charmacehorien hatten.

Und dann meinte er: „Wenn man vergisst welcher Wochentag ist, dann hat man genug Urlaub gehabt!“

Kleiner Zeitsprung zum gestrigen Tag, meine Kolleginnen und ich falten Servietten, als uns einfällt, dass wir noch den etwas am Planer aktualisieren müssen.

Kollegin 1: „Heute ist Dienstag, oder?“

Hörnchen: „Neeee, Montag!“

Kollegin 2: „Nein! Sonntag Sicher!“

Es war Samstag. Meine Kollegen und ich haben zur Zeit alle sechs Tage Wochen.  Arbeiten ist halt wie Urlaub!  Sogar mit Pina Coladas! Nur halt nicht für uns.

 

 

*Ihr habt’s gegooglt? Sehr gut, Bildungsauftrag erfüllt 😀

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Du bist doch wahnsinnig!

Heute kam eine Azubine zu mir um einen Früchtekorb für VIP-Gäste abzuholen. Es entwickelte sich folgender Dialog:

Azubi: „Du bist also nicht mehr Aushilfe?“

Ich: „Nope.“

Azubi: „Und jetzt Azubi?“

Ich: „Nope.“

Azubi: „Ausgelernt?“

Ich: „Nope, auch nicht.“ 

Azubi: „Warum machst du das dann??“

Ich: „Weils mir Spaß macht!“

Azubi: „OMG! Du bist wahnsinnig!!“

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Der Fahrkartenautomat

Ich habe ein Date. Heute Abend. Und als ich so beim umziehen vom Schlaf- (mein Unterhemd von Gestern und meine boxershort) in mein Alltagsoutfit (ein tshirt, eine frische Boxershort und eine Hose) so auf meine Brust blicke fällt es mir auf: Shit seit 3 Wochen nicht rasiert.
Also wieder raus aus den Klamotten, unter die Dusche gesprungen, eingeschäumt, Rasierer aus der Halterung genommen, angesetzt, abgezogen und gewundert. Die Haare sind da wo sie vorher waren. Ein Blick auf den Rasierer verrät: Klingen stumpf, außerdem hat das Mistding ebenfalls Haare wo keine sein sollten. Rasierklingenpackung gecheckt: Leer. Und es ist Sonntag. scheisse irgendwie nicht so gut. Ich muss also zum Flughafen fahren. Oder als Pelzträger zur Verabredung gehen. Nachdem Pelz aber aus der Mode ist und ich weder von PETA noch von Greenpeace mit roter Farbe dekoriert werden will entscheide ich mich für den Flughafen. Schnell das Bankkonto überprüft, noch schneller Inventur gemacht und beim weg aus der Haustüre noch eben die Einkaufsliste geschrieben. Den Drahtesel gesattelt und auf zum Bahnhof. Dort angekommen erst ein Mal zum Fahrkartenautomat geschlendert. Man hat ja noch 5 Minuten. Routiniert die kennummer eingegeben, den 50er eingesteckt und auf den Druck gewartet. Nichts. Stattdessen kommt der Schein unten wieder raus. Ich schaue aufs Display: Für die 25€ Karte nimmt er keine 50er. Toll. Dann halt einen 20er und etwas Kleingeld versenkt. Und nun die Monatskarte ausgewählt. 79€. 50er rein. Plötzlich srrrrp kommt er unten wieder aus. Laut Anzeige wird er aber akzeptiert. Schneller Check ob ich Falschgeld erwischt habe, nö ist echt oder eine blendend gute Fälschung. Schein noch Mal glatt gedrückt. Wieder rein. Unten wieder raus. Prozedere noch Mal von vorne. Ich wähle die Karte noch Mal neu aus. Wieder streckt der Automat mir den Schein entgegen. Ich habe das Gefühl er streckt mir nun die Zunge raus.
Was nun? Rüber zum anderen Gleis gejoggt, noch eine Minute, Karte ausgewählt, ersten 50er rein, surren und warten, akzeptiert. Nächsten 50er rein, surren, warten, akzeptiert. Karte rausgeholt. Noch 30 Sekunden. Wechselgeld erwartet – Hand vor die Scheinausgabe gehalten. Plötzlich macht es pling pling plonk plonk und es fallen 21€ in ein und zwei Eurostück in die Auffangkassette. 10 Sekunden verbleiben. Ich grapsche mir das Geld, stopfe es in meine Hosentasche und renne zum anderen Gleis in der Hoffnung die einfahrende S-Bahn noch zu erwischen. Ich Drücke wie wild auf den Sesam-öffne-dich-Knopf der Türe. Nichts geht auf. Scheisse.
Nun habe ich den Entschluss gefasst, das zu bloggen und meine EC-Karte nicht mehr daheim liegen zu lassen „um Geld zu sparen“.

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Barschichten sind toll!

Dieser Abend war von einer spontanen Schicht geprägt. Ich durfte mit meiner Chefin – eine sehr nette und kompetente Frau! – zusammen Arbeiten und hatte seit langem mal wieder fast nur Spaß. Gut ein Melon-Ingwer Spritz ging auf mich weil mir der Gast abgehauen ist (war aber nicht seine Schuld, ich hatte vergessen ihm mitzuteilen dass seine Gastgeberin nur alkoholfreie Getränke übernimmt… wer dum ist muss halt dafür gerade stehen). Aber auch sonst war es heute ein lektionsreicher und amüsanter Arbeitstag! Nicht nur, dass ich gelernt habe einen neuen Kaffeecocktail zu machen – neiiiin – ich habe gemerkt, ich werde besser! In einer Situation in der ich normalerweise  am Rad drehend und kreischend im Kreis gerannt wäre, bin ich ruhig geblieben und habe sogar alle Getränke in angemessener Zeit (>5 Minuten) hinbekommen.  Wenn man das jetzt mit einer erfahrenen Bardame wie Robin vergleicht wirkt das wie nichts, aber an etwas stressigeren Abenden (also alles was kein ruhiger Abend war :ugly:) war ich bisher immer einfach zu… durcheinander. Im ernst, das war wirklich motivierend! Aber dafür habe ich beim pouren gefailed – 1 von 3 war nicht maßgenau 😦

 

Und dann kam es auch noch zu dieser wunderbaren Situation:

Tollste-Chefin-Überhaupt: „Robert, da sind Gäste an der Theke, kannst du kurz, bitte?“ (Theke ist ihr Bereich gewesen)

Ich: „Japp, klar! Wunderschönen guten Abend!“

Gast 1: „Bonsoir!“

Gast 2: „Salut“

Freu! Ich konnte also mein Französisch wieder anwenden. Ich bin zwar übelst eingerostet, aber man hat gemerkt, dass den Gästen meine Mühe gefallen hat. Insbesondere der chinesischen Französin mit der ich deutsch-französisch gesprochen habe war erfreut, dass sie notfalls auch auf ihrer Muttersprache antworten konnte wenn sie das Deutsche Wort nicht kannte. Das lief dann in etwa so ab:

Ich: „Qu’est-ce que vous voulez boire?“

chinesische Französin (CF): „Ein Wasser bitte!“

Ich: „Mit oder ohne Sprudel? Mit Eis und Zitrone?“

CF: „Ähm… äh….“

Ich: „With gas? Ice and Lemon?“

CF: „San gas et avec glace mais non lemon, s’il vous plaît!“

Ich: „D’accord!“

CF: „Vielen Dank!“

Und die Lektion des Abends lautet: Ich muss abnehmen. Meine Arbeitshose wird eng :ugly:

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Kollegiale Hilfsbereitschaft

Praktikon feiert ausgelassen den Einzug einer Freundin. Die Hände nicht unweit eines wunderhübschen männlichen Körpers vibriert plötzlich das praktische Mobiltelefon.

Befreundete Kollegin (BK) „Heyyyy Praktikon! Wie geht’s?“

Praktikon (P): „Hey BK, gut geht’s! Was ist denn los?“

BK: „Duhuuuu?“

P: „Jahaaa?“

BK: „Duhuuu?“

P (leicht genervt): „Jahaaaaaaaaaaaa?“

BK: „Du wo ist die Kaffeeküche?“

P (entsetzt): „BK du arbeitest 2 Jahre länger im La Vita als ich!“

BK: „Ja… aber du kennst dich hier besser aus…“

P (nun wirklich entnervt): „Nach dem Personaleingang hinten Links beim Eingang zum Raum Schwanenberg…“

BK: „Danke“ Freut sich und legt ohne ein Wort des Abschiedes auf.

Der männliche Körper hat sich in der Zwischenzeit entschieden lieber seine Heterosexualität nicht in Frage zu stellen und beißt gerade in eine angehende 19-jährige Wirtschaftspädagogin. Kollegiale Hilfsbereitschaft ist echt was tolles.

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Ich liebe meine Gäste! Meistens.

Ich mag meinen Job. Man könnte schon fast sagen ich liebe ihn. Sag ich doch schon mittlerweile ich bin Hauptberuflich Aushilfe und gehe nebenher noch zur Schule – ursprünglich mal ein Versprecher nun mein Standardspruch.

Aber es gibt Gäste die Kotzen an. Gestern hatten wir eine Großveranstaltung (nur etwa 100 Leute aber da wir nur zu zweit waren doch eine nette Herausforderung vor allem war es stressig weil sie Schlag auf Schlag kamen ) und zur Übersicht in welchem Rahmen wir uns bewgen: Sie haben unseren Monatsvorrat an Tenquary leergesoffen. Das heißt fast ganze 3 Flaschen. Nebenher noch ein paar Hausgäste.

Ich – noch unerfahren und dementsprechend leicht verwirrbar – laufe Service im Gästebereich, mein Kollege macht die Bar und Thekenservice. Mit einem Tablett voller Biere und Weine laufe ich zu einem Riesentisch – da streckt irgendwer seine Hand aus und will mir was vom Tablett runterklauen! Ich dacht ich seh nicht richtig. Ein anderer Tisch der nicht zur Gesellschaft gehörte fand es unerhört, dass er bezahlen musste. Und den Vogel abgeschossen hat kurz vor Schluss der letzte Gast. Ich habe die letzte Runde gemacht und herausgebracht. Mein Kollege ist im Restaurant und macht die Abrechnung (da hat er Ruhe und bequeme Stühle) und ich räume die Bar auf. Und dabei Rede ich nebenher mit einem Gast an der Theke – und erwähne, dass ich nur Aushilfe bin. Ein weiterer Gast kriegt das wohl mit – beschwert er sich prompt, dass er seine letzte Runde (ein Pilsner) nicht bekommen hat.

Ich erkläre ihm ruhig, dass die letzte Runde nur aus insgesammt drei Getränken bestand und er es SICHER bekommen hat.

„Ja, also so als Aushilfe, da passieren ja Fehler. Das können sie ruhig zugeben, ist ja nicht schlimm. Ich möchte einfach nur mein Pils.“

Innerlich ging in dem Moment eine mittelelefantöse Atombombe hoch. Ich mag verpeilt sein – aber diese kleine letzte Runde ging raus! Sicher! Sein Pils hab ich sogar noch sicher im Kopf hab ich doch mit der Flasche vor dem anderen Gast jongliert und ihm erklärt, warum man mit einer dreviertelleeren Flasche auch kleinere Loopings machen kann. Und der Vollhorst vor mir will mir verklickern, dass ich meinen Job nicht machen kann weil ich Aushilfe bin? Für ein Freigetränk? Abgesehen davon, dass der gute Herr ohnehin schon einen Sitzen hatte, war doch die Zunge schwer. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich mich noch erinnern kann wie ich sein Getränk gemacht habe und der andere Gast hat mir sogar freundlicherweise den Rücken gestärkt und meine Aussage bestätigt. (Hatte ich gar nicht erwartet!) Ich habe ihm dann jedoch das Angebot gemacht, dass ich ihm ausnahmsweise noch ein Pils verkaufen könnte. Murrend hat er es angenommen und ist von dannen gezischt.

 

So ein Vollhonk.

Aber die meisten anderen Gäste sind wirklich nett, so wie der nette Herr der mir in dieser Situation beistand. Danke werter Fremder, sollten sie dies ein Mal lesen!

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Geschmäcker sind unterschiedlich

So bevor ich mit meinem Rückblick auf meine ersten Tage an der Bar anfange, möchte ich ein aktuelles Ereignis wiedergeben. Dieses Ereignis liegt schon den ein oder anderen Tag zurück (würde ich zu aktuell Bloggen wäre das einfach zu leicht nachvollziehbar, sorry 😉 ) aber ich aber wir haben ja bei uns in der nächstgelegenen Großsstadt gerade ein gaaaaaaanz großes Volksfest. Und da haben wir eine nette kleine Reisegruppe da. Und diese Reisegruppe besteht aus Russen. Und die Russen waren bei mir an der Bar. Und sie haben bestellt. Whiskey. Cognac. Gin. Gute Sachen, aber sie wollten sie als Longdrink. Den Whiskey mit Sprite, den Cognac mit Cola und den Gin mit Tonic (zumindest EINER mit Geschmack *seufzt). Es hat mein Barkeeperherz in dem Moment in Stücke gerissen – ich meine ich mach schon grauenhafte Experimente, aber die haben das gekippt wie Wasser *heul*!

Naja sonst war besagter Abend auch so beschissen. Ich war so neben der Spur, dass ich Fehlbuchungen gemacht habe, zu langsam war und beinahe einen Gast erstochen hätte. Aber egal, die heutige Schicht hat’s dafür wieder herausgerissen – die lief verhältnismäßig super!

 

Gute Nacht und schönen Feierabend, wünschen Praktikon und sein Feierabendcocktail 🙂

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Überall Frühschicht, wohin man auch schaut!

„Du musst die Teller nicht jedes Mal extra in die Spüle schleppen“, schaute er mich an und zeigte erklärend auf ein Tablett mit ein bisschen schmutzigem Geschirr. „Wir sammeln das immer hier und bringen es dann hinter!“ Öhm, okay, also gut die 5 Schritte extra hätten mich jetzt nicht umgebracht, aber wenn ihr das im Frühstück so „appetitlich“ regelt. Gut, eure Sache. Ich richte mich danach und stapele also das schmutzige Geschirr nun auf der Servicestation.

Weiter im Text, Japaner und Esotanten bedienen. Die Esotanten sind mir dabei lieber, die lächeln immer fröhlich und sind sonst ruhig und leise und immer nett. Die Japaner kann ich, vor allem die männlichen, nicht einschätzen ob sie mit meinem Service zufrieden oder unzufrieden sind.

Ich bin gerade dabei einen Tisch wieder herzurichten, welche eine Gruppe Japaner verlassen hat, da ertönt auf einmal eine alte, rostige Stimme hinter mir: „Ist das der Frühstückssaal?“ Ich drehe mich um und sehe einen älteren Herren so um die 70-80 Jahre alt, der mich erwartend anschaut. „Ja, hier findet das Frühstück statt. Nehmen sie doch schon einmal an einem freien Tisch Platz und ich bringe ihnen sofort etwas Kaffee!“ „Sehr gut, sehr gut“, spricht der alte Herr und setzt sich an den nächsten freien Tisch. Dieser Tisch ist aber, wohlgemerkt wurden etwa 50% des Tisches zuvor von anderen Gästen benutzt und noch nicht wieder hergerichtet. Doch ihn scheint das nicht zu stören. Mich aber schon – denn ich muss nun um ihn herum arbeiten. Ich decke also seinen Tisch fix um und bringe ihm Kaffee. Da sehe ich schon die nächsten betagten Herrschaften aus seiner Reisegruppe kommen. Der Araber schleicht ihnen, mit eine Kanne Kaffee und einer Morgenzeitung bewaffnet, hinterher um sie direkt an ihrem Tisch abfangen und beglücken kann.

Ich beobachte die Szenerie und denke mir nur eines:

„Ich bin ein Spätschichtler! Holt mich hier raus!“

Die älteren Herrschaften sind pflegeleicht und schwanken zwischen Morgenmuffel und freundlich. Ich wünsche einen guten Tag und selbst die Oma mit Krückstock ist meistens schneller beim Kaffeeautomaten als ich bei ihr mit meiner Kanne. Mein Kaffeekannenabsatz ist an diesem Morgen desaströs. Gleichsam meiner Laune. Gegen zehn bringe ich das Geschirr weg und mein Kollege frägt ob er was dagegen hat, wenn ich mit ihm tausche und Besteck poliere. Ich drücke ihm meinen Plan in die Hand und kralle mir alles Besteck was da ist.

Ich merke wie mich die Schlaflosigkeit einholt. Abgesehen von einer Tasse mit laschem Kaffee hab ich kein Koffein getrunken. Ich schlendere also zu dem nächsten Kasten Besteck und sehe eine Schildkröte, wie sie mich von Rechts überholt. Sau, wäre sie nicht so schnell gewesen hätte ich mir ihr Nummernschild notiert. Ich poliere weiter. Eine der Hotelfachfrauen überrascht mich von hinten und frägt mich, ob ich nicht etwas Zeit über hätte beim Abbauen eines anderen Frühstückbuffets zu helfen. Klar, kein Problem. Fertig poliert und ab nach oben und das Gefühl gehabt, gegen eine Wand aus Hitze zu laufen. Eigentlich dachte ich immer, die Sauna wäre unten beim Spa, aber da scheine ich mich bisher getäuscht zu haben.

Buffet abgebaut, neues Buffet für das Mittagessen des Esoterikkongress aufgebaut. Wieder nach unten, weiter poliert. Die Uhr an der Mikrowelle zeigte plötzlich 11. Und da hörte ich auch schon das Gerumpel – die Kaffeekannen kamen angeholpert. Unser gesamtes Arsenal an warmhaltenden Kannen, von groß bis klein, von dick bis dünn stand nun erwartungsvoll vor mir und wollte poliert und gereinigt werden, blöd nur, dass unsere Waschbecken keine zweieinhalb Badewannen groß sind! Also die gesamte Serviceküche mit Kaffeekannen, welche nur mit heißem Wasser und Putzmittel gefüllt waren blockiert.

Scheißdregg, das kann lustig werden. Aber tatsächlich habe ich sie in einer dreiviertel Stunde geschafft – und Punkt 12 konnten wir alle Pause machen. Mein Magen freute sich – denn endlich gab es was zu Essen. (Für alle Detailfetischisten: Große Portion Salat mit Putenfleisch).

Mitten in der Pause kam ein unheilvolle Anruf: Die Pendelschwinger seien nicht zufrieden mit ihrem Speisesaal, für das Abendessen wünschen sie sich etwas anderes und wir sollten doch bitte wenn sie fertig sind alles in den Saal drei Stockwerke höher bringen. Mittagessen endet um 15 Uhr. 15:30 war Schichtende angesagt. Ich rieche Überstunden (gegen die ich eigentlich nichts habe, aber ich werde langsam seeeehr müde!). Also nach der Pause und nachdem auch der letzte Rest Besteck wegpoliert war wieder nach oben, Buffet abgebaut, Tische abgebaut, alles nach oben gekarrt und wieder aufgebaut. Zwischendrin wurde das Personal ausgetauscht – denn plötzlich stand die Spätschicht dabei und hat umgebaut, während die Frühschicht raus war. Ich war das letzte Überbleibsel. Bis 17 Uhr – dann konnte ich gehen. Ich packte meine Tasche und dachte mir dabei nur eines:

„Nie, nie, nie wieder Frühstücksdienst!“

Ich verließ, völlig übermüdet, die Umkleide da kam mir Chef 2 entgegen: „Praktikooooon, was stellst du morgen so an?“ „Öh.. bisher nichts?“ „Sehr gut, hättest du Interesse morgen Früh noch einmal zu Arbeiten? Wir haben kurzfristig noch zwei Reisegruppen reinbekommen! 115 Leute!“ Ich – vollkommen überrumpelt – antworte fröhlich: „Ja, klar warum nicht!“  Inkonsequenz lässt grüßen.

Und die Moral von der Geschichte… warte bis das Telefon klingelt! Denn zwei Stunden später rief mich Chef 2 noch einmal an meinte, dass ein Buchungsfehler vorlag und ich frei habe, denn die Gruppe käme nicht. So konnte ich heute Morgen also ganz gemütlich ausschlafen. Bis die Straßenarbeiten vor meinem Fenster wieder losgingen.

Und diesmal meine ich es ernst: Nie wieder Frühschicht! Besonders nicht Sonntags, wenn die Gäste auch noch Zeit haben!

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