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Ich liebe meine Gäste! Meistens.

Ich mag meinen Job. Man könnte schon fast sagen ich liebe ihn. Sag ich doch schon mittlerweile ich bin Hauptberuflich Aushilfe und gehe nebenher noch zur Schule – ursprünglich mal ein Versprecher nun mein Standardspruch.

Aber es gibt Gäste die Kotzen an. Gestern hatten wir eine Großveranstaltung (nur etwa 100 Leute aber da wir nur zu zweit waren doch eine nette Herausforderung vor allem war es stressig weil sie Schlag auf Schlag kamen ) und zur Übersicht in welchem Rahmen wir uns bewgen: Sie haben unseren Monatsvorrat an Tenquary leergesoffen. Das heißt fast ganze 3 Flaschen. Nebenher noch ein paar Hausgäste.

Ich – noch unerfahren und dementsprechend leicht verwirrbar – laufe Service im Gästebereich, mein Kollege macht die Bar und Thekenservice. Mit einem Tablett voller Biere und Weine laufe ich zu einem Riesentisch – da streckt irgendwer seine Hand aus und will mir was vom Tablett runterklauen! Ich dacht ich seh nicht richtig. Ein anderer Tisch der nicht zur Gesellschaft gehörte fand es unerhört, dass er bezahlen musste. Und den Vogel abgeschossen hat kurz vor Schluss der letzte Gast. Ich habe die letzte Runde gemacht und herausgebracht. Mein Kollege ist im Restaurant und macht die Abrechnung (da hat er Ruhe und bequeme Stühle) und ich räume die Bar auf. Und dabei Rede ich nebenher mit einem Gast an der Theke – und erwähne, dass ich nur Aushilfe bin. Ein weiterer Gast kriegt das wohl mit – beschwert er sich prompt, dass er seine letzte Runde (ein Pilsner) nicht bekommen hat.

Ich erkläre ihm ruhig, dass die letzte Runde nur aus insgesammt drei Getränken bestand und er es SICHER bekommen hat.

„Ja, also so als Aushilfe, da passieren ja Fehler. Das können sie ruhig zugeben, ist ja nicht schlimm. Ich möchte einfach nur mein Pils.“

Innerlich ging in dem Moment eine mittelelefantöse Atombombe hoch. Ich mag verpeilt sein – aber diese kleine letzte Runde ging raus! Sicher! Sein Pils hab ich sogar noch sicher im Kopf hab ich doch mit der Flasche vor dem anderen Gast jongliert und ihm erklärt, warum man mit einer dreviertelleeren Flasche auch kleinere Loopings machen kann. Und der Vollhorst vor mir will mir verklickern, dass ich meinen Job nicht machen kann weil ich Aushilfe bin? Für ein Freigetränk? Abgesehen davon, dass der gute Herr ohnehin schon einen Sitzen hatte, war doch die Zunge schwer. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich mich noch erinnern kann wie ich sein Getränk gemacht habe und der andere Gast hat mir sogar freundlicherweise den Rücken gestärkt und meine Aussage bestätigt. (Hatte ich gar nicht erwartet!) Ich habe ihm dann jedoch das Angebot gemacht, dass ich ihm ausnahmsweise noch ein Pils verkaufen könnte. Murrend hat er es angenommen und ist von dannen gezischt.

 

So ein Vollhonk.

Aber die meisten anderen Gäste sind wirklich nett, so wie der nette Herr der mir in dieser Situation beistand. Danke werter Fremder, sollten sie dies ein Mal lesen!

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Wo genau bin ich nochmal gelandet..?

Aufgeregtes Geschwätz herrscht. Wir sind viele, denn heute sind alle Betten belegt. Der Mitarbeiterkaffee war auch schon einmal besser aber darüber lässt sich hinewegsehen.

„Station 3 bräuchte noch ein wenig Unterstützung!“, ruft eine Kollegin aus. Zwei Leute gehen gemütlich los richtig automatische Türe. Ich trage rosa, genauso wie fünf andere Leute, wieder andere Tragen burgunderrot, die nächsten blau, vier grün und eine handvoll schwarz. So lassen sich die einzelnen Abteilungen super auseinanderhalten.

„Miiilch, wo ist die miiiiilch… ohne krieg ich das nicht herunter!“, jammert jemand. Ebenfalls in Rosa. Johanna, eine Kollegin.

Plötzlich geht’s los. An jedem Gürtel leuchtet ein Lichtlein am Haustelefon auf, alle schnappen sich einen Wagen und rennen los. Jetzt muss alles schnell gehen, sobald das Signal kommt muss in 15 Minuten alles gelaufen sein, sonst wars das. Aus die Maus. Finito.  Tumult an den Türen, Wägen werden knapp. Einige tragen große Behältnisse in der Hand mit allerlei Dingen. Ein blau gekleideter junger Mann haut noch eine Packung Pflaster auf den Wagen vor sich.  Jeder Handgriff muss jetzt sitzen.

Was los war? Das war 2011, Dezember. So sah die „Pause“ bei meinem ersten großen Bankett aus. Alle Abteilungen versammelt und alle stets auf Abruf. Die Haustelefone wie Pieper am Gürtel. Rückblickend betrachtet könnte die Szene so ähnlich auch in einem Krankenhaus stattgefunden haben. Allgemein, hat der Dienst am Menschen und der Dienst am Gast doch einige parallelen. Ich sollte vielleicht mal die Branche wechseln?

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Drei Tage frei!!!

… und ich habe keinen Schimmer was ich damit anstellen soll. Ich habe die letzten Wochen meine zwei einzigen Seminartage perfekt mit Arbeit umrundet, so dass ich etwa 1 1/2 Tage frei hatte pro Woche. Und nun drei Tage am Stück und nach einer dreistündigen Veranstaltung über das wissenschaftliche Arbeiten wieder drei Tage.

Hilfe, ich habe den Umgang mit Freizeit verlernt! Studenweise schaue ich aufs Telefon ob nicht ein Anruf vom Chef oder Nichtganzsochef kommt. Nix, nada, niente. Ich habe schon mein Zimmer ausgemistet und gewischt, die Amaturen im Bad entkalkt, die Wäsche gewaschen und großteils gebügelt und, und, und. Ich glaube die Wohnung war lange nicht mehr so sauber – zuletzt zu meinen fAbiprüfungen nehem ich an.  Nun ja, ich gehe dann mal weiter die Fließenwände im Bad abwischen, das muss ja auch einmal gemacht werden…

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„Können Sie mir Zigaretten holen..?“

Ich arbeite ja als Aushilfe im Service eines Veranstaltungshotels. Ich arbeite wirklich gerne dort. Und ich glaube jeder der in der Gastronomie arbeitet kennt den folgenden Satz:

Können Sie mir nicht eine Packung Zigaretten holen?

Oder ebenfalls sehr schön und häufig gebraucht:

Möchten sie mir nicht eine Packung Zigaretten bringen?

Also wollen, tu‘ ich das schon einmal gar nicht. Und von unserer Direktion gibt es die Anweisungen, dass Zigaretten nur an der Bar verkauft werden dürfen – und ich bin Restaurant. Nicht Bar. Also nein, ich will, weder kann ich ihnen eine Packung bringen. Die meisten verstehen das auch, und fragen dann nach dem Weg zur Bar. So aber nicht ein Gast gestern, dessen Tisch ich gerade abräumte. „Und wen muss ich hier schmieren, dass man mir Zigaretten bringt?“ Ich antwortete weiterhin, die gibt es nur an der Bar, wenn er jedoch einen Barkeeper hier vorbeilaufen sieht könnte er ihn gerne Fragen ob er ihm eine Packung bringt. „Sie verstehen mich nicht, wen muss ich hier schmieren, dass man mir eine Packung Zigaretten bringt?“ Fragte er eindringlicher. Ich erklärte im weiterhin, dass es Zigaretten leider nur an der Bar gäbe und er sie bitte dort holen müsste. „Sie verstehen schon, was ich mit „schmieren“ meine?“, fragte er mich daraufhin. „Natürlich verstehe ich das, jedoch müssen sie sich ihre Zigaretten trotzdem an der Bar holen. Es tut mir Leid.“ Da ich gerade das letzte Glas von seinem Tisch nahm, schaute ich ihn lächelnd an und fragte ihn: „Haben sie sonst noch Wünsche? Möchten sie noch etwas bestellen?“ Er wollte nichts weiter. Aber zwei weitere Kollegen durften der selben Frage standhalten.

Versteht mich nicht Falsch, ich hätte ihm schon seine Zigaretten gebracht (man kommt im Laufe des Abends ja doch öfters mal an der Bar vorbei). Nur wenn es nicht einfach so wäre, dass wenn man einmal bei einer solchen Veranstaltung eine Ausnahme macht auf einmal alle wollen, dass man für sie eine Ausnahme macht. Und irgendwann ist man nur noch der Bimbo zum Zigaretten holen, und der nächste verlangt dann, dass man doch eine Ausnahme macht wie bei den anderen und ihm seine Kippen und seine Schachtel Hustenguttis vom Zimmer holt – denn immerhin muss ich dann ja nicht mal bis zur weiiiiit entfernten Bar laufen! (Aber in den 9. Stock und in seinem Zimmer die Schachtel suchen?? Nee danke.) Solche oder ganz andere Szenarien können sich daraus entwickeln. Außerdem ist die Anweisung von oben relativ strikt und da brauche ich mich als Aushilfe nicht zu widersetzen, da ist man doch mal schnell auf der Abschussliste.

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