Schlagwort-Archive: Falsches Timing

Deutsche Pappnasen

… oder für was steht das DP beim nationalen Briefträgerverein? Ich hoffe doch für Pappnasen. Ich bin vom örtlichen Kuverfetischistenklub ja sehr viel gewöhnt, aber heute haben sie mich echt auf die Palme getrieben. Ich komme heim, sehe den gelben Wisch im Kasten und denke mir „Aha, meine Lernunterlagen, endlich!“. Mein Paket ist somit nur 10 Fahrminuten mit dem Rad und 20 Anstehminuten von meiner Höhle entfernt. Und da wir erst 11 Uhr haben, kann ich mir gleich dann bei dem leckeren Chinesen daneben was zu Essen holen. Guter Plan, aber ich habe meine Rechnung ohne die örtliche Briefmarkenbeobachterorganisation gemacht – denn diese hat sich entschieden, genau heute ohne großartige Ankündigung ihren Betriebsrat zu versammeln. Und dabei muss man ja die Filiale zu machen. Komplett. Sogar den Bank-o-Mat haben sie eingesperrt. Also bei der Chinafrau schnell was zum trinken mitgenommen und zur nächsten Filiale in der Stadt – welche nur Pakete annimmt aber keine abgibt. Mit einem Blick auf meinem Zettel meinte der Herr hinterm Schalter dann: „Wissen ’se, da müssen ’se rüber innä ander Städt, nech? Da drüben, dat Nebenandorf!“

Ja. Ne. The Fuck? Was macht das Paket DORT?!

Okay, auf zum Bahnhof. S-Bahn knapp verpasst. Warten. S-Bahn erwischen. Scheiße, Mittagsverkehr! Lauter Menschen und es ist dabei auch noch richtig schwül! Aber hey, endlich die Station von Nebenandorf. Und die Post ist auch noch direkt am Bahnhof! Jackpot!

Also rein in die Post, 15 Minuten warten, gelben Zettel hingehalten und die Frau geht das Paket suchen. Ich bin so kurz vorm Ziel als sie zu mir zurück kommt und mich mit großen brauen Augen anschaut: „Sie wohnen aber schon in Nebenandorf?“ „Nee ich wohne in Heimatkaff!“ „Dann müssen sie zur Filiale dort!“ Mir entgleisen die Gesichtszüge: „Aber da steht eindeutig Nebenandorf! Und Heimatkaff hat zu!“ „Ihr Paket ist trotzdem dort!“ Meint die Dame, drückt mir den Zettel in die Hand und wendet sich dem nächsten kunden zu.

 

Näää, oder? Haben sie kurz was dagegen wenn ich in ihre Tischkante beiße? Ich versuche auch eine weniger sichtbare Ecke anzuknabbern.

Ich ziehe also geknickt von dannen und schaue nochmal an der heimischen Hundefeindefront vorbei, ob sie nicht zumindest am Abend auf machen. Leider nein. Ich darf also morgen Nachmittag nach der Arbeit noch einmal hinhetzen wegen der tollen Öffnungszeiten (Werktags sogar bis 16 Uhr!!) und mein Paket holen. Wirklich, sehr toll. Mal wieder. Gott sieht meine Tischkante gerade verführerisch aus.

 

P.S.: Alle die für die DP arbeiten sollen sie sich nicht all zu sehr angegriffen sein, aber denkt doch mal bei manchem wahnsinnigen Organsiationsplan auch mal ein wenig an die Kunden – immerhin habt ihr unser Paket auf das wir seeehnsüchtigs warten 😉

Werbeanzeigen
Getaggt mit , , , , , , , , ,

„Können Sie mir Zigaretten holen..?“

Ich arbeite ja als Aushilfe im Service eines Veranstaltungshotels. Ich arbeite wirklich gerne dort. Und ich glaube jeder der in der Gastronomie arbeitet kennt den folgenden Satz:

Können Sie mir nicht eine Packung Zigaretten holen?

Oder ebenfalls sehr schön und häufig gebraucht:

Möchten sie mir nicht eine Packung Zigaretten bringen?

Also wollen, tu‘ ich das schon einmal gar nicht. Und von unserer Direktion gibt es die Anweisungen, dass Zigaretten nur an der Bar verkauft werden dürfen – und ich bin Restaurant. Nicht Bar. Also nein, ich will, weder kann ich ihnen eine Packung bringen. Die meisten verstehen das auch, und fragen dann nach dem Weg zur Bar. So aber nicht ein Gast gestern, dessen Tisch ich gerade abräumte. „Und wen muss ich hier schmieren, dass man mir Zigaretten bringt?“ Ich antwortete weiterhin, die gibt es nur an der Bar, wenn er jedoch einen Barkeeper hier vorbeilaufen sieht könnte er ihn gerne Fragen ob er ihm eine Packung bringt. „Sie verstehen mich nicht, wen muss ich hier schmieren, dass man mir eine Packung Zigaretten bringt?“ Fragte er eindringlicher. Ich erklärte im weiterhin, dass es Zigaretten leider nur an der Bar gäbe und er sie bitte dort holen müsste. „Sie verstehen schon, was ich mit „schmieren“ meine?“, fragte er mich daraufhin. „Natürlich verstehe ich das, jedoch müssen sie sich ihre Zigaretten trotzdem an der Bar holen. Es tut mir Leid.“ Da ich gerade das letzte Glas von seinem Tisch nahm, schaute ich ihn lächelnd an und fragte ihn: „Haben sie sonst noch Wünsche? Möchten sie noch etwas bestellen?“ Er wollte nichts weiter. Aber zwei weitere Kollegen durften der selben Frage standhalten.

Versteht mich nicht Falsch, ich hätte ihm schon seine Zigaretten gebracht (man kommt im Laufe des Abends ja doch öfters mal an der Bar vorbei). Nur wenn es nicht einfach so wäre, dass wenn man einmal bei einer solchen Veranstaltung eine Ausnahme macht auf einmal alle wollen, dass man für sie eine Ausnahme macht. Und irgendwann ist man nur noch der Bimbo zum Zigaretten holen, und der nächste verlangt dann, dass man doch eine Ausnahme macht wie bei den anderen und ihm seine Kippen und seine Schachtel Hustenguttis vom Zimmer holt – denn immerhin muss ich dann ja nicht mal bis zur weiiiiit entfernten Bar laufen! (Aber in den 9. Stock und in seinem Zimmer die Schachtel suchen?? Nee danke.) Solche oder ganz andere Szenarien können sich daraus entwickeln. Außerdem ist die Anweisung von oben relativ strikt und da brauche ich mich als Aushilfe nicht zu widersetzen, da ist man doch mal schnell auf der Abschussliste.

Getaggt mit , , , , , , , ,

Morgens halb sechs in Praktikoncity…

… klingelt das Telefon. Das Praktikon ist krank und will seinen freien Montag zum auskurieren benutzen. Auf dem Display sieht man die Vorwahl des Arbeitgebers, aber es ist nicht mein regulärer Schichtleiter. Der hat mittlerweile seinen eigenen Klingelton. Ich nehme an es ist jemand von der Verwaltung … also geht man lieber mal ran.

Praktikon: „… Praktikon, Guten Tag .. *gähnen unterdrück*.. Wie kann ich ihnen behilflich sein?“

Nichtganzsochef: „Ja Hallo, hier Nichtganzsochef, könntest du jetzt ganz spontan im Frühstück arbeiten? 

Ich nehme ja eigentlich gerne jede Schicht an die ich kriegen kann, als Aushilfe ist man ja auch genau für sowas da, aber nicht nur, dass ich keinen Frühstücksservice mag, ich mag ihn noch weniger, wenn ich krank bin. Denn Morgens sollte man gute Laune versprühen und ich… naja, ich kriege erst gute Laune nach meinem gefühlten 200. Kaffee gegen 12 Uhr Mittags. Davor muss man aufpassen, dass ich den Gästen nicht ihren Kaffee wegsaufe.

 

 

Getaggt mit , , ,